Das Rotliegende

eine geologische Besonderheit meiner Heimat



Nackenheim und Nierstein sind 2 Weinbaugemeinden, die für ihre ausgezeichneten Weine -insbesondere Weißweine- weltweit bekannt sind.
Der Ursprung dieser hervorragenden Qualität liegt im Boden, der -wie man unschwer erkennen kann- rot ist.

Das Rotliegende ist vor ca. 300 Millionen Jahren entstanden. Damals lag Europa noch in der Nähe des Äquators und es herrschte ein subtropisches, trocken-heißes Klima. Die Kontinente Laurasia auf der nördlichen Halbkugel und Gondwana auf der südlichen Halbkugel hatten sich zu einem einzigen großen Kontinent Pangea verbunden. Massimo Pietrobon hat sich die Mühe gemacht, die heutigen politischen Staaten in die Karte des Urkontinents zu integrieren. Klicke hier und Du kannst sehen, wo sich die Landmasse des heutigen Deutschland auf dem Kontinent Pangea befand. Der Kontinent begann schon, sich in Richtung Norden zu bewegen und große Teile waren mit Wasser bedeckt. Es gab noch keine Saurier und es dauerte auch noch ca. 278 Millionen Jahre, bis die ersten Menschen die Erde bevölkerten.

highspace="10" Das Rotliegende entstand in dieser Zeit durch Ablagerungen von Tonschlamm und Sand in stehendem oder schwach bewegtem Wasser. In dem subtropischen Klima bildeten sich Eisenverbindungen (Hämatit), die sich in den Schlamm- und Sandschichten einlagerten und für die rote Farbe verantwortlich sind. Im Laufe von Jahrmillionen herrschten wüstenhafte bis halbwüstenhafte Verhältnisse mit hohen Temperaturen, Europa wurde vom Meer aus dem Norden, dann von Meereseinbrüchen aus dem Süden überflutet. Das zurückgehende bzw. verdunstende Wasser hinterließ große Mengen an Kalkablagerungen, die heute noch in den Steinbrüchen der Mainzer Gegend abgebaut werden.

Auch das Rotliegende war von Kalkablagerungen bedeckt. Durch diesen gewaltigen Druck entstanden im Rotliegenden aus dem Tonschlamm Tonsteine und aus dem losen Sand Sandsteine, die meist bis zu 3000 m unter der Erdoberfläche liegen. Durch Erdbewegungen wurden sie seit Beginn der Eiszeit in den letzten 2 Millionen Jahren an die Oberfläche gehoben, während zeitgleich die Abtragung der aufgelagerten Gesteinsarten erfolgte.


highspace="10" Das Rotliegende zwischen Nierstein und Nackenheim ist nahezu 800 m mächtig und erstreckt sich in seiner Süd-Nord-Ausdehnung über 4,8 km, in der Ost-West-Ausdehnung sind es 800 Meter. Da die roten Erdschichten nur an dieser Stelle zu Tage treten, werden sie auch "Nierstein-Formation" genannt. In den unteren Schichten sind Tierfährten und Pflanzenteile zu finden, die für Rückschlüsse auf die damalige Tier- und Pflanzenwelt sehr wertvoll sind. Fährtenplatten aus diesem Bereich sind im Niersteiner Paläontologischen Museum zu besichtigen.
Bei einem Spaziergang auf dem Riesling-Wanderweg zwischen Nackenheim und Nierstein kann man die Gesteinsschichten des Rotliegenden sehen und erahnen, welch ungeheuren Kräfte die Verwerfungen bewirkt haben.



Roter Hang und Rothenberg sind der Steilabfall des rheinhessischen Plateaus und wurden in ihrer heutigen Form durch den Rhein geschaffen, der sich an dieser Stelle durch das Gestein gegraben hat.


Das Gebiet des Rotliegenden

An den Steilhängen des Rotliegenden werden überwiegend Riesling-Spitzenweine angebaut, deren hervorragende Qualität durch den einzigartigen sowie nährstoff- und mineralstoffreichen Boden und das spezielle Mikroklima am Fluss zustande kommt. Da die Hangneigung nach Süden bzw. Südosten zeigt, fallen die Sonnenstrahlen fast im 90°-Winkel ein, die Reben können die Wärme optimal nutzen und von der Wärmespeicherfähigkeit des Bodens profitieren. Dadurch entstehen Weine von besonderer Rasse, die von Kennern hoch geschätzt werden.

Begleite mich auf einer Weinwanderung durch die Spitzenlagen im Rotliegenden von Nackenheim

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