1. April und seine Bedeutung

An keinem anderen Tag im Jahr werden so viele Menschen von Verwandten, Bekannten und Freunden mit witzigen Scherzen verulkt "in den April geschickt" wie am 1. Tag dieses Monats.

Am bekanntesten ist der April für seinen scherzhaften Beginn und das wechselhafte Wetter. Er gilt wettermäßig als launisch. Ein bekanntes Sprichwort lautet daher auch: "Der April macht, was er will." Nicht selten schlägt der April regelrechte Wetterkapriolen. So wechseln sich warme, sonnige Tage mit kühlen, verregneten ab, auch ein Schneeschauer kann sich noch verirren oder stürmischer Wind fegt über das Land.

Die Herkunft des Monatsnamens ist nach wie vor ungeklärt. Es gibt verschiedene Thesen, die eine mögliche Herkunft ableiten. So vermutet man, dass das lateinische Wort "aper" für das Aufblühen der Natur Namensgeber war. Eine andere Vermutung bezieht sich darauf, dass das ebenfalls lateinische Wort "aperire", das "eröffnen" bedeutet und darauf hinweist, dass der April bis zur Reform des Julianischen Kalenders 45 v. Chr. der 2. Monat des Jahres war. Eine dritte Vermutung ist, dass der Monatsname auf die griechische Göttin Aphrodite bzw. ihr römisches Pendant Venus zurückzuführen ist. Am 1. April wurde der Göttin zu Ehren ein "Narrenfest" mit rauschenden Feiern und allerlei mutwilligen Scherzen unter Freunden gefeiert.

Der Ursprung des Brauches, seinen Mitmenschen am "Narrentag" (1. April) Streiche zu spielen und sie zu foppen, ist nicht eindeutig belegt. Vielleicht geht er wirklich auf das römische Fest zu Ehren der Venus zurück oder auf das "Huli-Fest" des Neckens und Täuschens, das in Indien gefeiert wird. Beides gilt aber eher als unwahrscheinlich. Es könnte auch sein, dass der Brauch auf das Mittelalter zurückgeht. Der Augsburger Reichstag beschloß 1530, dass das staatliche Münzwesen zum 1. April 1540 vereinheitlicht werden soll. Dieser Stichtag wurde jedoch kurz vor dem genannten Termin verschoben, so dass Spekulanten erhebliche Verluste hinnehmen mußten und am 1. Tag des vierten Monats Hohn und Spott ausgesetzt waren.

Eine weitere Erklärung -und die wahrscheinlichste- könnte die Verlegung des Neujahrsfestes vom 1. April auf den 1. Januar sein. 1564 reformierte der französische König Karl IX. den Gregorianischen Kalender und bestimmte den Beginn des neuen Jahres auf den 1. Januar. Wer sich damit nicht anfreunden konnte und an dem alten Kalender festhielt, wurde an seinem "persönlichen alten Neujahrsfest" mit kleinen Scherzen beschenkt.

Im deutschen Raum liegen die Anfänge des "in den April schicken" im 17. Jahrhundert. Die ersten Belege dafür gibt es von 1618 aus Bayern und 1631 ausserhalb des Freistaates. Seit dem 19. Jahrhundert ist der "Aprilscherz" ein fester Begriff. Wie auch immer der Brauch, jemanden zu foppen entstanden sein mag, er hat sich bis heute weltweit erhalten und sorgt für Lacher und Ausgelachte. Nur gut, dass sich jeder mal auf der einen oder anderen Seite wieder findet.

Wenn man jemanden "in den April schicken" will, gibt man ihm unsinnige Aufträge, die zwar glaubhaft klingen, aber nicht auszuführen sind. So z.B. 1 kg "Haumiblau" (Hau mich blau) oder für 1 Euro "Ibidum" (Ich bin dumm) kaufen, Hühnerzähne, schwarze Kreide, Mückenfett, gerade Häckchen oder gehackte Flohbeine u.ä besorgen. Oder man sagt, dass es z.B. an der Haustüre geklingelt hat, dass am 5. Rad des Autos Luft fehlt, dass der Reißverschluss der Hose offen ist, dass man einen schwarzen Fleck im Gesicht hat usw. Schaut der Angesprochene nach und stellt fest, dass die Aussagen nicht stimmen, wird er mit dem Ruf "April, April" zum "Aprilnarr" gemacht. Je nach der jew. Gegend nennt man den Gefoppten auch "Aprilesel", "Aprilochse" oder "Aprilaffe".

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