Fastnacht, Fasching, Fasnet

HELAU und ALAAF

Seit Jahrhunderten verkleiden sich die Narren an den Tagen rund um Rosenmontag. Wie die Fastnacht hat die Vermummung zwei Traditionen. In der heidnischen Fastnacht der Antike sollte an den bunten Tagen der Winter vertrieben werden. Die Masken und Kostüme dienten der Verfremdung - ihre Funktion war, das Böse fern zu halten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die moderne Fastnacht als Persiflage auf das öffentliche Leben. In dieser Zeit entstanden auch die Garden, die mit ihren bunten Uniformen das preußische Militär verspotten.



Ein besonderes Fastnachtsutensil ist die Narrenkappe. Viele dieser hahnenkammförmigen Kopfbedeckungen zeigen an, zu welchem Verein ein Fastnachter gehört. Ursprünglich war die Narrenkappe ein Zeichen des Gottesleugners - sie bildet einen scharfen Kontrast zu der schlichten Ordensmütze des Mönchs. Ähnliche Bedeutungen hatten auch lange Zeit andere typische Verkleidungen. Teufel, Hexen und Riesen galten als Vertreter der dämonischen Mächte, mit Tiermasken wurden biblische Laster dargestellt. So stand der Fuchs für Geiz, der Drache für Neid und der Löwe für Zorn.


Ich bin Schambes, ein Mainzer Schwellkopp
Vergleichbar neu sind die Schwellköpp, die nur im Mainzer Rosenmontagszug zu sehen sind. 1927 entwarf der Bildhauer Ludwig Lipp dieses Markenzeichen der Mainzer Fastnacht. Heute sind die ewig schmunzelnden, übergroßen Figuren aus der Straßenfastnacht nicht mehr wegzudenken. Ihre Aufgabe: lustig sein.


Egal, wie man regional zu den närrischen Tagen auch sagt, die Bedeutung ist immer die gleiche. Bei uns heißt es Fastnacht und an dem abgebildeten Schwellkopp kann man unschwer erkennen, daß ich im Rhein-Main-Gebiet, in der Nähe von Mainz lebe.

Die "5. Jahreszeit" beginnt am 11.11. und endet am Aschermittwoch. Aber so richtig los geht es eigentlich erst nach Weihnachten. Dann beginnen die vielen Fastnachtsvereine und Garden mit der Saalfastnacht, d.h. man hat die Auswahl unter unzähligen Sitzungen und Maskenbällen. Das eigentliche Fastnachtswochenende beginnt mit dem "schmutzigen Donnerstag", auch "Altweiberfastnacht" genannt. An diesem Tag führen die Frauen das Regiment und die Männer haben keinerlei Befehlsgewalt; und sollte sich heute gar einer mit einer Krawatte aus dem Haus getraut haben, so wird sie ihm kurzerhand abgeschnitten. Der Tag endet dann mit dem Altweiberball. Das heißt aber nicht, daß nur "alte Weiber" auf den Ball gehen. Nein, es sind Frauen jeden Alters, die sich verkleiden und die Männer an der Nase rumführen.

Am Freitag findet bekannterweise die große Fernseh-Sitzung statt, zu der die Prominenz aus Politik und Funk- und Fernsehen gerne und zahlreich kommt - und sich auf die Schippe nehmen läßt. An diesem Tag haben aber nicht nur die "Auserwählten" Gelegenheit zum Fröhlichsein, auch in der Stadt selbst und im Umland finden zahlreiche Saalveranstaltungen statt, bevor es dann am Samstag auf den Straßen hoch hergeht.

Der Fastnachtsamstag ist von der Straßenfastnacht geprägt. In den Dörfern schlängeln sich die närrischen Umzüge durch die Straßen, in Mainz z.B. findet der größte Jugendmaskenzug Europas statt. Ca. 6.300 Kinder und Jugendliche aus den Mainzer Schulen und Kindergärten entwerfen ihre Kostmüe nach einem jährlich wechselnden Motto. Bei diesem Umzug werden dann die schönsten Kostüme prämiert. Schon bei diesem ersten Umzug in Mainz säumen ca. 100.000 frohgelaunte Menschen die Straßen. Überall herrscht Jubel, Trubel, Heiterkeit. Den Abend verbringt man entweder auf einem Maskenball, einer Sitzung oder einfach in einer Kneipe, wo es dann bis in die Morgenstunden hoch hergeht.

Ähnlich wie der Fastnachtssamstag, verläuft auch der Fastnachtssonntag. Auch an diesem Tag haben die Narren unzählige Vergnügungsmöglichkeiten, zumal in unserer Region dann auch schon die großen Fastnachtsumzüge in Wiesbaden und Frankfurt stattfinden, bevor dann am Rosenmontag der große Tag in Mainz anbricht.

Die Paradefiguren des Rosenmontagszuges und überall bekannt: die "Meenzer Schwellköpp". Mehr darüber hier



Rosenmontag in Mainz bedeutet, die ganze Stadt steht kopf und platzt aus allen Nähten. Schon frühmorgens werden die Zufahrtstraßen gesperrt, die Narren reisen mit Bussen oder der Bahn an. Um 11.11 Uhr startet der närrische Lindwurm durch die Stadt, bejubelt von ca. 500.000 lustigen, fröhlich schunkelnden Menschen. Ein besonderes Vergnügen ist es für die Kinder, die in die Menge geworfenen Süßigkeiten aufzusammeln.

Der Mainzer Rosemontagszug ist ein internationales Spektakel. Mit insgesamt 7 Kilometern Länge, 15 Fastnachtsvereinen, 25 Garden, 95 Musikformationen, 3.100 Musikern, 200 Reitern, 35 Zugpferden, 137 närrische Wagen, 20 politische Motivwagen, 120 Traktoren und Zugmaschinen, 100 Fahnen- und Schwellkoppträgern und fast einer halben Million Zuschauern gehört der Mainzer Rosenmontagszug zu einem der größten Fastnachtsumzüge der Welt. Ein Anziehungspunkt für Fastnachtsbegeisterte aus aller Welt: Nicht nur Deutsche aus allen Regionen dieser Republik, sondern auch zahlreiche Gugge-Musik Gruppen aus der Schweiz, lateinamerikanische Sambagruppen und andere ausländische Gäste lassen den Rosenmontagszug zu einem internationalen Spektakel werden.

Falls sich jemand einmal diesen Rosenmontagszug ansehen will, sei an dieser Stelle ein Warnhinweis erlaubt. Bitte, geben Sie auf Ihre Kinder acht, damit sie immer hinter einem Schutzgitter stehen. Wie leicht kann sonst in dem Geschiebe und Gedränge ein Unglück geschehen. Man muß auch bedenken, daß die Pferde zwar an den Lärm gewöhnt wurden, aber trotzdem kann ein Tier einmal scheuen, wenn ein unvernünftiger Mensch das Tier erschreckt.

Der Fastnachtsdienstag ist der letzte Tag der närrischen Tage. In Mainz wird eine "Kappenfahrt" durch die Stadt gemacht. Alle großen Fastnachtsvereine fahren in offenen Wagen durch die Stadt, verabschieden sich quasi von ihrem Narrenvolk und werfen die restlichen Süßigkeiten in die Menge. In den Gemeinden ist noch einmal Gelegenheit für eine Kneipen- oder Straßenfastnacht, bevor dann um Mitternacht die Fastnacht mit lautem Geheule beerdigt wird. Es wird eine letzte, traurige Rede gehalten und dann geht die Trauergemeinde zurück in den Alltag und in die Fastenzeit. Nach der Beerdigung ist die Fastnacht endgültig vorbei.





Fastnachtslieder

Ab und zu kann ich dieses Lied auch mitsingen, denn.......

AM ROSENMONTAG BIN ICH GEBOREN
(gesungen von Margit Sponheimer)

Am Rosenmontag bin ich geboren,
am Rosenmontag in Mainz am Rhein.
Bis Aschermittwoch bin ich verloren,
denn Rosenmontagskinder müssen närrisch sein.

Meim Vater sein Wahlspruch war Spaß an der Freud
und gestern war gestern und heute ist heut.
Und dann hat er um meine Mutter gefreit,
was daraus geworn ist, steht vor euch, ihr Leut.

Am Rosenmontag bin ich geboren,
am Rosenmontag in Mainz am Rhein.
Bis Aschermittwoch bin ich verloren,
denn Rosenmontagskinder müssen närrisch sein.

Und sollte ein Mädel eines Tags um mich sein,
dann darf es vor allem kein Trauerkloß sein.
Wir brauchen kein Reichtum, wir brauchen kein Geld
Und feiern wir Faßnacht, gehört uns die Welt.

Am Rosenmontag bin ich geboren,
am Rosenmontag in Mainz am Rhein.
Bis Aschermittwoch bin ich verloren,
denn Rosenmontagskinder müssen närrisch sein.



Links zu Fastnachtsseiten

http://www.mainzer-fastnacht.de
http://www.mainz.de

Fastnachts-Backrezepte findest Du in meinem Backstübchen.

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