n Brunis Welt
 
 

Johannisnacht / Johannistag

Die Nacht vom 23. auf den 24. Juni nennt man Johannisnacht. Der 24. Juni ist der Johannistag.

Die Johannisnacht markiert den Zeitpunkt, an dem sich die Sonne allmählich zurückzieht und die Dunkelheit an Kraft gewinnt, was für uns bedeutet:
die Nächte werden wieder länger und die Tage kürzer. Es ist der Geburtstag von

Johannes der Täufer

Johannes der Täufer war der Sohn von Elisabeth und Zacharias. Beide waren bereits hochbetagt, als Zacharias der Erzengel Gabriel erschien und verkündete, daß er schon bald Vater werden würde und er das Kind Johannes nennen solle.

Im Alter von 30 Jahren zog Johannes in die Wüste, besuchte Jerusalem und begann am Fluß Jordan sein Wirken als Täufer, der die Ankunft des Messias verkündete. Auch Jesus selbst ließ, sich von Johannes taufen. Dieser erkannte während der Taufe den ersehnten Erlöser und rief aus: Das ist das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt.

Der Johannistag, ist ein wichtiger Fest- und Feiertag. Viele Prozessionen und Wallfahrten wurden besonders im Mittelalter an diesem Tag unternommen, Johannisfeuer wurden abgebrannt, Johanniskraut und Zauberkräuter gesammelt oder ein Johannisbad genommen.

Der Enthauptung des Johannes wird am 19. August gedacht.

Dargestellt wird Johannes der Täufer in Felle gehüllt, mit Lamm, Taufschale, bei der Predigt und bei der Taufe Jesu.


Was gibt es noch über die Johannisnacht zu sagen?

Früher hat man in dieser magischen Nacht aus aufgeschlagenen Hühnereiern die Zukunft gedeutet.

Nach altem Volksglaube droht in dieser Nacht in der sommerlicher Hitze der Ausbruch der Gefühle, der die Menschen um den Verstand bringt, so dass ihre Phantasie ungezügelt die wildesten Blüten treibt und empfänglich wird für die magischen, dunklen Kräfte der Natur - der Wahnsinn regiert.

Angeblich können junge Leute in dieser Nacht herausfinden, wer ihr zukünftiger Ehepartner wird, wenn sie über das angezündete Johannisfeuer springen.

Die Johannisnacht war auch ein beliebtes Datum für Hexentreffen.


Johanniskraut oder Teufelskraut

Eine Pflanze, die genau zur Sommersonnenwende blüht und die man an den Nadellöchern in den Blättern erkennen kann. Man verwendet den roten Saft der Blüten und die Knospen zur Behandlung von Wunden und Blutungen.

Im Volksglauben entstand diese Pflanze aus dem Blut Johannes des Täufers. Deshalb sollte sie magische Kräfte haben.

mehr über Johannes den Täufer kannst Du hier nachlesen.


In der Johannisnacht wird in flussnahen Städten und Gemeinden auch eines anderen Johannes gedacht.

Johannes von Nepomuk

Es ist ein uralter Brauch, daß zu Ehren des Johannes von Nepomuk an den Brücken und Ufern der Flüsse am Abend des 23. Juni ein Johannisfeuer abgebrannt wird.

Als Kindheitserinnerung an diesen Tag ist mir geblieben, daß die Kinder am 22. u. 23. Juni durch die Straßen zogen und Holz einsammelten. Dabei sangen sie ein Lied:
"Holz heraus, Holz heraus, sonst geht dem Johannes sein Feuer aus"

Das ganze Jahr über sammelten die Einwohner Holz und legten es den Kindern zum Abtransport bereit. Am Flussufer, nahe der Statue des HL. Nepomuk, wurde dann ein großer Holzstoß aufgeschichtet, der bei Einbruch der Dunkelheit von einem Namensvetter angezündet wurde.
Um den lodernden Holzstoß standen die Kinder mit ihren Laternen, der Pfarrer sprach ein Gebet und dann gingen die Anwesenden in einer Prozession zur Kirche.

Leider gehen heutzutage viele alte Traditionen verloren, aber in unserer Gemeinde am Rhein wird dieser Brauch immer noch gepflegt. Aus Sicherheitsgründen übernimmt jedoch die Gemeinde das Aufschichten des Holzhaufens und das lodernde Feuer wird von der Feuerwehr genauestens bewacht.


Wer war Johannes von Nepomuk?

Johannes aus Pomuk bei Pilsen, geb. um 1350, wurde nach Studien der Theologie in Prag und des kanonischen Rechts in Padua 1372 Notar in der erzbischöflichen Gerichts-Kanzlei in Prag und später Domherr und Generalvikar des Erzbischofs in Prag.

Sein energisches Auftreten für die Rechte der Kirche gegenüber dem König und seine Predigten machten ihn beim Volk berühmt und dem König lästig. Im Jahre 1380 wurde er zum Priester geweiht und Pfarrer an der Galluskirche in Prag, wo er sich besonders um deutschstämmige Kaufleute bemühte. 1389 wurde er Generalvikar der Diözese Prag, die Auseinandersetzungen mit König Wenzel IV., König von Böhmen und Deutschland und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, nahmen zu.

Die �berlieferung berichtet, dass die Königin Johannes zu ihrem Beichtvater wählte. König Wenzel wollte nun Johannes zwingen, das Beichtgeheimnis zu brechen, aber er weigerte sich, wurde deshalb gefoltert und in die Moldau geworfen. Sein Leichnam wurde im Veitsdom in Prag bestattet und Johannes wurde schon bald als Märtyrer verehrt. Im Jahre 1719 fand man bei der Öffnung des Grabes Gebeine und Zunge unversehrt. Sein Denkmal auf der Prager Karlsbrücke, das 1693 errichtet wurde, machte ihn zu einem der wichtigsten Brückenheiligen. 1729 wurde Johannes von Papst Benedikt XIII. heilig gesprochen.

Heute sehen wir den Brückenheiligen auf Hunderttausenden von Brücken stehen: mit dem Kreuz und mit dem Finger am Mund. Oft trägt er einen Kranz mit Sternen: damit soll angedeutet werden, daß der Heilige, der Legende nach, inmitten eines Lichtkranzes die Moldau herabgetrieben kam, als der König ihn hatte ertränken lassen.

Design by on-mouseover.de

Gestaltung 

counter