Silvesterbräuche in anderen Ländern

Weltweit begrüßen die Menschen das neue Jahr am 31. Dezember mit lärmenden Spektakeln, Licht und Musik, um böse Geister zu vertreiben. Reise mit mir um die Welt und lies über die regionalen Traditionen in fernen Ländern!


China

In China, Korea und Vietnam begrüßt man das neue Jahr erst im Februar: am Tag des ersten Vollmonds nach dem 21. Januar - entsprechend dem traditionellen variablen Mondkalender. Es ist das grüßte Fest des chinesischen Kulturkreises, das drei Tage lang mit prächtigen Drachen- und Löwenumzügen gefeiert wird.

In China gibt es unzählige Neujahrsriten: Eine alte Tradition ist z.B.: Vor dem Neujahrsfest wird das Haus mit Bambuszweigen gründlich geputzt, um die bösen Geister zu vertreiben, denn während der Neujahrstage würde man Gefahr laufen, auch das Glück hinauszukehren. Von der Bettwäsche bis zur Kleidung wird alles erneuert und das Haus mit roten Papierstreifen und goldenen Glückszeichen dekoriert: Schriftzeichen, Schutzgottheiten, Frühlingsmotive, Blumen, Landschaften usw. In der letzten Stunde des alten Jahres werden ab 23 Uhr alle Fenster geöffnet, um das neue Jahr hereinzulassen.

Das Neujahrsfest ist in China auch ein großes Familienfest, bei dem darauf Wert gelegt wird, dass die Familie vollständig versammelt ist. Daher steht jedes Jahr das ganze Land vor einem Verkehrskollaps. Ledige und Kinder bekommen Geld geschenkt in roten Tütchen mit Glückssymbolen. Früher schrieben ledige junge Frauen ihren Namen auf Mandarinen und warfen diese in den Fluß oder ins Meer in der Hoffnung, ein unverheirateter Fischer würde diese finden und sich auf die Suche nach der jungen Frau machen. Bis heute hat sich dieser Brauch erhalten, jedoch werfen alle Unverheirateten die Mandarinen in Flüsse und ins Meer, um gute Partner zu finden.


Israel

Rosh Hashana -zu deutsch Jahresbeginn- heißt das jüdische Neujahrfest. Es soll zur Besinnung und Umkehr anregen, was durch das Blasen auf einem Widderhorn in den Gottesdiensten untermauert wird. Der Ton des Horns soll die Menschen veranlassen, über ihr Tun nachzudenken und von sündhaftem Handeln abzulassen.

Nach dem gregorianischen Kalender findet das jüdische Neujahrsfest meist im September statt. Das Fest ist der Beginn von 10 Gedenktagen an die Erschaffung der Welt.

In jüdischen Familien werden am Neujahrsabend Äpfel mit Honig und Honigkuchen serviert, damit das neue Jahr ein Zuckerschlecken werden möge.

Der Neujahrsgruß der Juden lautet: "Du mögest für ein gutes Jahr eingeschrieben sein." Sie glauben, dass Gottes Urteil an diesem Tag in ein Buch geschrieben wird. Gläubige Juden gehen in der ersten Nacht des Jahres nicht ins Bett, um das Glück nicht zu verschlafen und selbst im Traum keine Sünde zu begehen.


Japan

Das japanische Neujahrsfest dauert bis zum 7. Januar. Die ersten drei Neujahrstage sind Ruhetage, die mit der Familie und den Verwandten verbracht werden. Ähnlich wie in China wird bis kurz vor Silvester die Wohnung oder das Haus aufgeräumt und geputzt. An beiden Seiten der Haus- oder Wohnungstür werden so genannte Torkiefern aufgestellt.

In den Tempeln ertönen gegen Mitternacht 108 Glockenschläge. Sie sollen die 108 Übel des vergangenen Jahres und die 108 Begierden des Menschen vertreiben.

Ein traditionelles Essen am Neujahrsmorgen ist in Japan "Mochi". Die Zubereitung der Reisklöße ist eine beliebte Familienbeschäftigung der Japaner. Nach einem tausend Jahre alten Brauch wird Klebreis gedämpft und dann in einem Mörser zu Brei gestoßen. Der Verzehr der "Mochi" verspricht ein langes Leben, doch leider ist oft das Gegenteil der Fall. An den sehr klebrigen Reisklößen ersticken jedes Jahr einige Menschen auf qualvolle Weise - ein Grund für die japanischen Rettungsdienste, vor dem Verzehr von "Mochi" zu warnen und "Mochi-Notfall-Tips" zu veröffentlichen.


Österreich

Wenn traditionell die große Glocke vom Wiener Dom das neue Jahr einläutet, tanzen die Wiener auf dem Rathausplatz mit einem Walzer im Dreivierteltakt dem neuen Jahr entgegen. Auf den Straßen wird ebenfalls ausgelassen gefeiert und getanzt. Zu jeder Wiener Silvesterfeier gehören Schweine dazu - ob als Plüschtier, als Schweinskopfsülze, Schweinsbraten oder als Marzipanschweinchen.


Alpenregion

In manchen Bergtälern der Alpen haben sich Traditionen erhalten, die nur noch die dortigen Einwohner kennen: das Neujahrssingen. Ein Chor mit seinem Vorsänger zieht durch das Dorf. Der Vorsänger beginnt mit einer frommen Einleitung, dann wünscht er ein gutes neues Jahr und anschließend wird ironisch auf Ereignisse des vergangenen Jahres oder auf Eigenheiten der Hausbewohner hingewiesen. Auf diese neckenden Verse folgt der Segenswunsch des Chores für das Haus und erhält dafür eine Belohnung von den Hausbewohnern.

Die Neujahrssänger wandern bis zum nächsten Morgen von Haus zu Haus und teilen anschließend ihre "Einkünfte" gleichmäßig unter sich auf.

Ein weiterer Brauch ist das "Räuchern". Wohn-, Arbeitsräume, Stallungen und Scheunen werden mit gesegnetem Weihrauch "beräuchert", um böse Geister und Dämonen zu vertreiben.

Zwischen Weihnachten und Neujahr sind in einigen Dörfern zottelig vermummte Gestalten mit schaurigen Masken unterwegs. Sie schütteln Schellen, Glocken, Rollen und Klappern und machen einen Höllenlärm. Der Lärm soll die Eis- u. Frostgeister vertreiben und die guten Geister der Fruchtbarkeit des Frühlings herbeilocken. Die Gestalten wünschen den Hausbewohnern ein gutes neues Jahr und erhalten dafür ein Geldgeschenk und stärkende alkoholische Getränke.


Spanien

Die Mitternachtsstunden verbringen die Spanier auf der Straße, nachdem sie im Kreise der Familie ein ausgiebiges Essen genossen haben. In Madrid trifft man sich im Stadtzentrum, wo das neue Jahr eingeläutet wird. Ein Ereignis, das landesweit im Fernsehen zu sehen ist.

Die Spanier praktizieren um Mitternacht einen ganz besonderen Brauch: um Mitternacht werden 12 Weintrauben gegessen. Zu jedem Glockenschlag eine und dabei müssen sie sich etwas wünschen. Beim 12. Glockenschlag müssen alle Trauben verzehrt sein, anderenfalls zieht im neuen Jahr Unglück ein. Nachdem die Trauben gegessen sind, wird -wie überall auf der Welt- mit Sekt angestoßen und Glück gewünscht. Da nichts unversucht bleibt, das Glück herbeizulocken, wird vorher ein goldener Ring ins Sektglas fallen lassen.

Ein kurioses Brauchtum soll nicht unerwähnt bleiben: Spanierinnen tragen an Silvester und Neujahr rote Dessous, ebenso wie die Italienerinnen und Chileninnen.


Russland

Die Bräuche, die man in Deutschland mit Silvester assoziiert, wie z.B. Wahrsagen mit Wachs, fallen in Russland mit der russisch-orthodoxen Weihnachtszeit Anfang Januar zusammen. Der wichtigste Feiertag in Russland ist der 31. Dezember. In vielen Familien wird an diesem Tag Weihnachten und Silvester gleichzeitig gefeiert. Auf den Straßen leuchten bunte Lichterketten und auf den Plätzen stehen geschmückte Tannenbäume. Den Abend verbringt man zu Hause mit Freunden und Verwandten. Durch die vielen Zeitzonen in diesem großen Land stößt man in Russland -zeitversetzt- gleich 11x auf das neue Jahr an.

Das orthodoxe neue Jahr beginnt offiziell am 11. Januar. Zuvor, am 6. Januar, bringen "Väterchen Frost" oder das Großmütterchen "Babouschka" den Kindern die Geschenke. Begleitet werden sie von dem Mädchen "Schneeflocke" und dem Jungen "Neujahr".

Die orthodoxe Weihnachts- und Neujahrszeit ist eher eine Fastenzeit. Es gibt fleischlose Speisen wie z.B. Borschtsch und Kutya, ein Gericht aus Getreidekörnern, die für Hoffnung stehen, sowie Honig und Mohn, die Freude und Erfolg bringen sollen.


Argentinien

Die Argentinier in Buenos Aires pflegen eine ganz besondere Tradition zum Jahreswechsel: sie schreddern am letzten Tag des Jahres alte Papiere und Unterlagen und kippen die Papierschnipsel gegen Mittag aus den Fenstern. Ein unglaublicher Anblick, wenn den ganzen Tag über die Papierschnipselchen wie Schneeflocken aus den Fenstern der Hochhüuser zu Boden rieseln.


Zum Schlu� noch ein Glückstip aus Schottland

Man sorgt dafür, dass kurz nach Mitternacht ein großgewachsener junger Mann mit einer Flasche Whiskey, einem Rosinenbrot und einem Stück Kohle in der Hand vor der Tür steht. Der junge Mann wird ins Haus gebeten und bringt das Glück für das neue Jahr mit hinein.

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