Neujahr

Neujahr ist der 1. Tag des neuen Jahres und ein weltlicher, gesetzlicher Feiertag.

In fast allen Kulturen, jedoch mit unterschiedlichen Zeitrechnungen und Kalendern, ist mit dem Neujahr ein Neujahrsfest verbunden.

Bereits im Jahr 2.000 v.Chr. feierte man in Babylon den Beginn des neuen Jahres, der am ersten Neumond nach der Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche stattfand. Der Frühlingsanfang schien ein logischer Zeitpunkt für eine Jahreswende: schließlich wird jetzt wieder gesäht und die Blumen und Bäume blühen. Die Feiern dauerten 11 Tage.

Auch die alten Römer feierten das neue Jahr. So verlegte Gaius Julius Cäsar im Jahre 46 vor Christus den Jahresbeginn vom 1. März auf den 1. Januar. Die Römer feierten an diesem Tag den Gott Janus (der mit zwei Gesichtern dargestellt wurde, von denen eines auf das alte und das andere auf das neue Jahr blickte). Das Fest wurde von abergläubischen Bräuchen und ausschweifenden Feierlichkeiten begleitet.

Im Jahre 567 wurde wieder der 1. März zum Jahresbeginn erklärt. Man bezog sich damit erneut auf den Frühlingsanfang und die Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche. Der 1. März war daher auch nur eine Art "Richtwert", der tatsächliche Jahresbeginn hing von der Tag-und-Nacht-Gleiche ab.

Später versuchte die Kirche, sowohl den alten römisch-heidnischen Anlaß als auch die Ausschweifungen zu verändern bzw. zu beenden. Sie legte den Gedenktag an die Gottesmutter Maria ("Hochfest der Gottesmutter Maria") auf den ersten Tag des Jahres. Dieser wurde bis zum siebten Jahrhundert auch schon an diesem Datum gefeiert, danach zunächst auf den 6. Januar (der in den Alpen heute noch immer "Großes" oder "Hohes Neujahr" genannt wird und der für die Bergbauern auch heute noch als Jahresbeginn gilt) und schließlich auf den Weihnachtstag verlegt. Im 13. Jahrhundert wurde der Tag dann wieder auf den ersten Januar zurück verlegt und die ländliche Bevölkerung feierte ihn inoffiziell als Jahresbeginn.

Im Mittelalter wurde an Neujahr das "Narrenfest" gefeiert, wo man sich maskierte und "Unfug trieb". Dieses Brauchtum ging später im Faschingsfest auf.

1691 bestätigte die Kirche, die damals auch für den Kalender zuständig war, unter Papst Innozenz XII. (1691-1700) offiziell den 1. Januar als Neujahrstag.

In einigen anderen Kulturen bzw. Religionen ist aufgrund eines anderen Kalenders der Neujahrstag beweglich (z.B. chinesischer Kalender).

Der Neujahrstag ist einer der wenigen weltlichen Feiertage. Man feiert das neue Jahr im Voraus und hofft, daß es glücklich verlaufen wird.

Da viele Menschen glauben "so, wie das neue Jahr beginnt, wird das ganze Jahr werden", gibt es auch für den Neujahrstag ein Brauchtum:

- man verschenkt am Neujahrstag bestimmte Glücksbringer, wie z.B.    Glücksklee, Schweinchen, Schornsteinfeger, Hufeisen, Fliegenpilze (gilt    als Glückspilz).

- man ißt am Neujahrstag bestimmte Speisen: z.B.:
  -Schweinefleisch (bedeutet Glück)(auf keinen Fall Geflügel, sonst fliegt    das Glück davon)
  -Sauerkraut (damit das Geld nicht ausgeht, man glaubt nämlich, so viele    Fäden wie man ißt, soviel Geld hat man im neuen Jahr)
  -Karpfen (bedeutet Geld)(der Hausherr muß eine Fischschuppe unter    seinen Teller legen und dann das ganze Jahr im Geldbeutel    aufbewahren)
  -Linsensuppe oder Erbsensuppe (bedeuten ebenfalls Geld)

Neben dem Verzehr bestimmter Speisen gab es vor einiger Zeit noch den Brauch, Verwandte zu besuchen und ein gutes und gesundes neues Jahr zu wünschen. Dieser Brauch gerät aber immer mehr in Vergessenheit. Ansonsten dient der Neujahrstag der "Erholung" von der Sylvester-Nacht.

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