Wie die Fjorde in Norwegen entstanden

Die letzte Kaltzeit, auch letzte Eiszeit genannt, begann vor ca. 115.000 bis 110.000 Jahren und endete vor ca. 12.500 bis 10.000 Jahren. In dieser Kaltzeit kam es zu einer Abkühlung des Weltklimas, zu großflächigen Vergletscherungen und zum Absinken des Meeresspiegels. Norwegen war während dieser Zeit von einem 3.000 m dicken Eispanzer bedeckt.

Die Fjorde entstanden durch Talgletscher, die in bereits vorhandenen Flußtälern an geologischen Schwachstellen abwärts flossen. Die ursprünglich engen Kerbtäler wurden durch den Druck des Eises und das mitgeführte Geröll bis weit unter den Meeresspiegel breiter und tiefer ausgeschliffen und zu U-Tälern mit sehr steilen Hängen geformt. Bei diesem Vorgang wurden unvorstellbare Mengen an Gestein zu Kies und Geröll zermahlen. Der Gletscher transportierte den Schutt in Richtung Küste und lagerte ihn dort ab (siehe auch: Storegga-Rutschung). Ein Fjord ist daher im Mündungsbereich durch die sogenannte Fjordschwelle flacher (ca. 100 m) und je weiter er ins Landesinnere reicht, wird er immer tiefer. Norwegen’s längster und tiefster Fjord ist der Sognefjord, der sich 204 km ins Landesinnere erstreckt und eine Tiefe von 1.308 Meter u.d.M. erreicht. Um diesen Fjord so zu formen, wie er in seiner heutigen Form bekannt ist, wurden vom Gletscher 10.000 Kubikkilometer Gestein abgetragen und zum Meer transportiert. Durch die ungeheuren Kräfte wurden die steil aufragenden Wände glatt geschliffen. So steil und glatt, wie sie sich über Wasser präsentieren, setzen sie sich auch unter Wasser fort.

Mit Beginn der Warmzeit begannen die Gletscher abzuschmelzen. Die bisher im Gletscher gebundenen gigantischen Mengen an Wasser ließen den Meeresspiegel ansteigen. Das Meer strömte über die Fjordschwelle und füllte die tiefen Täler mit Meerwasser. In Küstennähe ist das Wasser im Fjord deshalb salzhaltiger als am Ende eines Fjordes, wo der Süßwassergehalt durch unzählige Bäche und die mächtigen Wasserfälle überwiegt. Ein Fjord ist also nichts anderes als ein mit Wasser gefülltes Tal.

Während der Vergletscherung wurden die Landmasse unter dem Gewicht des Eises niedergedrückt. Vom Eise befreit, begannen die Landmassen, sich wieder zu heben und dieser Vorgang ist bis heute noch nicht abgeschlossen. Das Festland hebt sich im Jahr ca. 1 cm, in Küstennähe sind es allerdings nur einige Millimeter.

Die meisten Alpenrandseen haben übrigens die gleiche eiszeitliche Entstehungsgeschichte. Die Seeböden von fünf Seen des Alpensüdrandes liegen sogar teilweise unter dem Meeresspiegel – Gardasee, Comer See, Lago Maggiore, Iseosee und Luganer See.

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