Die Storegga-Rutschung

Storegga (norwegisch: große Kante) nennt man den Kontinentalabhang im europäischen Nordmeer vor der Küste Norwegens. Es ist das Gebiet zwischen dem heutigen Bergen und Trondheim. Die Storegga-Rutschung ist eine der größten weltweit bekannten Hangrutschungen.

Am Ende der Eiszeit lag der Meeresspiegel ca. 120 m tiefer als heute. Die Gletscher Norwegens haben gigantische Mengen von Schlamm und Geröll vor der norwegischen Küste aufgetürmt (siehe auch: Entstehung der Fjorde).

Eines Tages im Herbst vor ca. 8.150 Jahren, brach eine der größten Katastrophen Europas über die Steinzeitmenschen an den europäischen Atlantikküsten herein. Sie hatten sich wohl gerade in ihre Winterquartiere im milderen Flachland an den Küsten zurückgezogen, als aus dem Nichts ein Tsunami über sie hinweg rollte. Für die Menschen gab es kein Entrinnen. Der größte Teil starb und die Überlenden hatten einen harten Winter vor sich. Alle Vorräte, Behausungen und Werkzeuge wurden vernichtet, viele überlebten den Winter nicht.

Wie konnte es zu einer solch verheerenden Katastrophe kommen? Eindeutig geklärt ist diese Frage nicht, aber die Wissenschaft vermutet, dass die schmelzenden Gletscher in Norwegen daran schuld sind. Über Jahrtausende haben sie Geröll und Schlamm auf dem norwegischen Kontinentalshelf aufgetürmt. Dort, wo sich der Ozeanboden ca. 1.000 Meter zu einem Tiefseegraben absenkt, häuften sich immer größere Geröllhalden an. Das Festland, befreit vom Eis, begann sich zu heben – teils ruckartig – was Erdbeben auslösen konnte. Ein solches Erdbeben war vermutlich auch die Ursache, dass bei Storegga Geröll und Schlamm von der Größe Islands auf einer Länge von ca. 800 km ungefär 400 km weit und 800 m tief in den Tiefseegraben stürzten und einen verheerenden Tsunami auslösten. Archäologen und Geologen können heute nachweisen, dass die Wellen bis zu 20 m hoch waren und Dutzende von Kilometern ins Landesinnere strömten, auch Inseln überrollten und vernichteten. Die Ausdehnung der zerstörerischen Wellen erfasste alle europäischen Atlantikküsten von den Faröer Inseln über die Shetland-Inseln, England und Schottland bis hin zu den norddeutschen Küsten. Die Gestalt des europäischen Kontinents wurde für immer verändert (siehe auch: Atlantis der Nordsee).

Siehe auch: http://www.zdf.de/terra-x/als-das-abendland-unterging-25114100.html

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/tsunami-in-nordsee-storegga-rutschung-traf-menschen-in-steinzeit-a-1011946.html



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